1923

Das öffentliche Gaslicht wird nach und nach durch Strom aus Wasserkraft ersetzt

Gashängelaterne, 1923
CC BY-NC-ND 4.0

Im Jahr 1923 wurde schließlich das vor Kriegsbeginn angedachte Projekt der Elektrifizierung der Beleuchtung aller Straßen von der Stadtregierung beschlossen. Es dauerte bis 1962, bis das letzte öffentliche Gaslicht aus dem Wiener Stadtbild verschwand. Die Deckung der dazu benötigten Energie sollte mit dem Ausbau der Wasserkraft gewährleistet werden.

Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung

Die Nutzung der Wasserkraft ermöglichte eine Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung. Wasserkraft trieb die Elektrifizierung voran. Der enorme Bedarf von dem bis dato eher geringen Nachtstrom konnte gestillt werden und sie trug zur Nachtbelastung der Kraftwerke bei. In einem ersten Probebetrieb wurden im Folgejahr 20 Lampen zu je 44 Volt in Serienschaltung in Betrieb genommen. Diese wurden auf den Spanndrähten der Straßenbahn in der Thaliastraße angebracht. Waren keine Spanndrähte der Straßenbahnen vorhanden, wurden die Lampen über die Fahrbahnmitte gehängt und die Leitung auf eigener Verspannung geführt. Durch die neuen Möglichkeiten der elektrischen Beleuchtung kam das Gaswerk unter Druck. Es wurde versucht, die bestehende Versorgung der Beleuchtung weiter zu verbessern.

Siegeszug der elektrischen Lampe

Der Siegeszug der elektrischen Lampe und deren Verbreitung konnten dadurch jedoch nicht aufgehalten werden. Die Beleuchtung von Plätzen beschränkte sich zunächst auf das historische Stadtzentrum. Ab den 1920er Jahren wurde das Netz ausgebaut. Dieser Entwicklung folgend kam es auch zu einer besseren Beleuchtung des Straßennetzes. Dieses wurde von 50 km im Jahr 1913 auf knapp 600 km Länge in den 1930er Jahren ausgeweitet werden. Nach und nach wurde Wien somit zu einer der bestbeleuchteten Großstädte der Welt.

Mit den steigenden technischen Möglichkeiten änderte sich das Bild der Stadt zunehmend. Leuchtreklamen erhellten die Nacht in verschiedensten Farben und durch verschiedenste Formen. Dank der Innovationen der Glühlampe und der Neonröhre waren 1930 vor allem in den Hauptgeschäftsstraßen angebracht. Ca. 7.300 Leuchtreklamen wurden auf der Kärntner und Mariahilfer Straße angebracht.

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