1992
Wiedereröffnung der Müllverbrennungsanlage Spittelau im neuen Hundertwasserdesign
Wiens Bürgermeister Dr. Zilk plant noch mehr: Die neue Spittelau soll kein Industriemonument sein, sondern den Bürger*innen freundlich begegnen. Er lädt Friedensreich Hundertwasser zur Neugestaltung ein. Nach reiflicher Überlegung sagt der Umweltschützer und Naturfreund Hundertwasser endgültig zu. Die Tatsache, dass die thermische Behandlung von Abfall die umweltfreundlichste Methode der Entsorgung ist, überzeugt ihn. Sein idealistischer Einsatz für die naturnahe Neugestaltung der Spittelau geht weit – der Meister übernimmt die Gestaltung kostenlos.
Ab 1988 bis zur Übergabe am 2. Dezember 1992 verwandelt Hundertwasser den grauen, nüchternen Zweckbau in ein fröhliches Gebäude, das alle Besucher*innen willkommen heißt. Bereits von weitem grüßen seine bunte Fassade und die goldene Kugel auf dem Schlot. Dachbegrünung und eine Baumbepflanzung am neuen Fischträgervordach bringen die Natur zurück. Und Turmfalken, langjährige Bewohner des zerstörten Gebäudes, finden wieder ein Heim in den am Schlot eingebauten Nestern.



