E-Bike-Akku überwintern: Die richtige Pflege

Mit dem E-Bike an sonnigen Tagen durch die Stadt zu brausen ist ein herrliches Gefühl. Im Winter bleibt der akkubetriebene Wegbegleiter aber meist stehen. Wie jeder Akku will auch der E-Bike-Akku gepflegt werden, damit er im Frühling wieder einwandfrei funktioniert. Produktmanager Gerhard Leingartner von KTM hat Expertentipps zur richtigen Akkulagerung im Winter.
Aktualisiert am: 01.02.2026
Person, die an einem sonnigen Tag ein schwarzes E-Bike fährt, Nahaufnahme der Pedale und des Hinterrads.

Haben Sie ein E-Bike?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kälte reduziert die Reichweite: Bei Minusgraden kann die Akkuleistung auf bis zu 70 % sinken – ohne dauerhafte Schäden.
  • Optimale Temperaturen: Ein E‑Bike-Akku fühlt sich zwischen 5–25 °C am wohlsten.
  • Richtige Winterlagerung: Akku entnehmen und bei 5–20 °C, trocken und vor Sonnen­einstrahlung geschützt lagern
  • Ladezustand beachten: Für längere Pausen Akku auf 60–80 % laden und alle 2–3 Monate kontrollieren.
  • Tiefentladung vermeiden: Ein völlig leerer Akku darf nicht über längere Zeit eingelagert werden.

Verändert sich die Fahrleistung des E-Bikes im Winter?

Gerhard: Am wohlsten fühlt sich ein Akku bei Umgebungstemperaturen zwischen 5–25 °C. In diesem Temperaturbereich sollte das E-Bike bei gleichen Voraussetzungen (gleiche Strecke, gleiche Unterstützung, …) die maximal erreichbaren Reichweiten schaffen. In der kalten Jahreszeit musst man aber damit rechnen, dass sich die gewohnten Werte etwas einschränken.

Die Reichweite des Fahrrads ist abhängig von der Akkutemperatur und kann bei Minusgraden auf bis zu 70 % des gewohnten Wertes sinken. Bei normalen Außentemperaturen kann der Akku wieder die gewohnte Reichweite erzielen – das heißt, eine Fahrt bei kalten Temperaturen schadet dem Akku nicht.

Ich rate aber davon ab, das Pedelec mit dem Akku abzustellen bzw. den Akku bei richtig kalten Temperaturen unter 5 °C zu lagern.

Was passiert mit dem Akku bei kalten Temperaturen?

Kurzfristig halten die Akkus auch eine Lagerung bei Minusgraden aus, längerfristig könnte der Akku aber dabei Schaden nehmen. Die Bedienungsanleitung gibt auf jeden Fall weitere Hinweise zur optimalen Lagertemperatur. Wird der E-Bike-Akku im Winter bei Raumtemperatur gelagert, ist eine Ausfahrt kein Problem. Der „warme“ Akku hält sich sozusagen durch die Energieabgabe während der Fahrt selbst warm.

Wie sollte der Akku gelagert werden?

Gerhard: Wird das Pedelec im Winter nicht benutzt, sollte der Akku entnommen und separat in einem vor Sonneneinstrahlung geschützten, trockenen Raum bei Temperaturen von 5–20 °C gelagert werden. Der Akku sollte aber nicht in der Nähe von heißen oder brennbaren Objekten lagern. Ebenfalls sollte er von magnetischen Gegenständen, wie z.B. Büroklammern, Münzen, Schlüsseln, Nägeln, Schrauben ferngehalten werden. Sie könnten eine Überbrückung der Kontakte verursachen.

Der ungeladene Akku sollte nach der letzten Ausfahrt auf keinen Fall für längere Dauer eingelagert werden. Der Akku könnte dabei in die Tiefentladung fallen, dadurch geschädigt und möglicherweise auch unbrauchbar werden. Wird der Akku für eine längere Zeit gelagert, sollte darauf geachtet werden, dass er zwischen 60-80 % geladen ist (Beispiel Ladestandanzeige mit 5 Lämpchen: 3–4 Lämpchen leuchten).

Es empfiehlt sich aber, den Ladezustand mindestens alle 2–3 Monate zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzuladen. Die Details dazu stehen in der Bedienungsanleitung des E-Bikes. Darin befinden sich auch weitere konkrete Tipps zur richtigen Ladung und Lagerung des Akkus.

Beeinträchtigt Lagern die Speicherfähigkeit?

Gerhard: Die Speicherfähigkeit oder Kapazität eines Akkus ist maßgeblich für die Reichweite des E-Fahrrads. Ein Akku verändert sich ständig, bedingt durch seinen chemischen Aufbau. In Abhängigkeit der Akkuladung (Anzahl Ladezyklen, Ladetemperatur, Vollladung/Teilladung, Tiefentladung) und der gewählten Lagerung (Lagerbedingungen, Lagertemperatur) verändert bzw. verschleißt der Akku unterschiedlich schnell.

Auch während einer langen Einlagerung baut der Akku geringfügig an Speicherkapazität ab. Es ist daher sehr wichtig, die richtigen Lagerbedingungen zu wählen, um den Abbau so gering wie möglich zu halten.

Fazit

Ein E‑Bike-Akku ist im Winter besonders empfindlich gegenüber Kälte, doch mit der richtigen Pflege bleibt seine Leistungsfähigkeit langfristig erhalten. Entscheidend ist vor allem die korrekte Lagerung: trocken, kühl, aber frostfrei – und mit einem stabilen Ladestand von 60–80 %. Wer dies beherzigt, schützt den Akku vor unnötigem Verschleiß und Tiefentladung und kann die E-Bike Touren auch im Sommer genießen.

Wird der Akku regelmäßig kontrolliert und sachgerecht behandelt, steht einer problemlosen Nutzung im Frühjahr nichts im Weg. So bleibt das E‑Bike nicht nur startklar, sondern auch dauerhaft leistungsstark und zuverlässig. Wenn man seinen Akku richtig überwintert, verlängert man damit letztlich seine gesamte Lebensdauer – und spart langfristig Kosten.

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E-Bike Akku überwintern » Tipps zur Lagerung, Pflege & Co.